Osterlachen

Datum: 

20.04.2012

Stichwörter: 

Liebe Hörer,

in der frühen Kirche gab es das sogenannte „Osterlachen“. Beim Ostergottesdienst wurde eine Geschichte erzählt, die alle herzhaft lachen ließ – das gehörte zur Osterfreude. 50 Tage bis Pfingsten soll diese Osterfreude ja andauern. Ist uns heute angesichts der vielen Katastrophen und Terrorwarnungen das Lachen vergangen?

Beim Nachdenken über diese Frage fiel mir eine lustige Geschichte ein. Der Herr Oberkirchenrat kam zu Besuch in das Predigerseminar. Zum Essen stiftete er einen guten Tropfen Frankenwein. Der schmeckte einigen Pfarrern besonders gut. Sie überlegten, wie sie an ein zweites Fläschchen kommen konnten. Da hatte einer eine glänzende Idee: Er schrieb auf einen Zettel „Johannes 2,3“ und ließ ihn an den Tisch des Oberkirchenrats wandern. Der schmunzelte, weil er gleich wußte, um welche Schriftstelle es sich handelte, nämlich: „Sie haben keinen Wein mehr!“ Er drehte den Zettel um, schrieb etwas auf die Rückseite und ließ den Zettel wieder zurückwandern. Da stand drauf Johannes 2,7. Das mußte ebenfalls ein Satz aus der Hochzeit zu Kana sein. Schnell holte einer sein Neues Testament und schlug die Stelle auf. Da heißt es: „Füllet die Krüge mit Wasser!“

Vielleicht trinken Sie heute abend zum Beginn des Wochenende wieder einmal ein gutes Gläschen. Natürlich kein Wasser, sondern Wein. Lassen sie sich`s gut schmecken. Denn die Bibel sagt auch: „Frohsinn und Herzensfreude ist der Wein zur rechten Zeit und mit Bedacht getrunken.“

Ihr evangelischer Pfarrer Stefan Stauch aus Sennfeld.